Aller Anfang ist schwer, so klappt es mit dem ersten Mitarbeiter

Der erste Mitarbeiter ist der schwerste

Es gibt fast schon 300.000 EPUs in Österreich. Gemeint sind damit Ein-Personen-Unternehmen, also welche ohne Mitarbeiter. Die Zahl ist stark steigend. Wer sind diese Unternehmer und wieso wird dieses Stadium nicht verlassen? Schauen wir uns zwei Strategien an, um ein Unternehmen weiter auszubauen.

Die erste Fragen die sich der Einzelne stellen sollte, drehen sich um den ersten Mitarbeiter. Wie soll dieser ticken, was muss sie können, woher nehmen, welches Aufgabengebiet, und noch einige mehr.

Variante 1: der Assistent

In dieser Variante kümmert sich der Unternehmer voll und ganz auf den Kunden und die Schaffung von Lösungen für diesen. Weil wieviel Prozent der Zeit kann wirklich in effektive Arbeit gesteckt werden, wenn die Rechnungen abgelegt werden müssen, notwendige aber unwichtige Telefonate anstehen, Strom- und Gasanbieter am Telefon abgewimmelt werden wollen und vielleicht auch noch der Rauchfangkehrer nachhause kommt?
Eine Assistenten oder ein Assistent kann so viel Arbeit abnehmen, dass genügend Kraft und Fokus für das Geschäft mit den Kunden überbleibt. Die Qualität der Arbeit wird (hoffentlich) steigen, glückliche und zufriedene Kunden bzw. mehr verrechenbare Einheiten sollten folgen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, sich vor den Anfragen der Kunden im täglichen Geschäft eine kleine Mauer aufzubauen: Assistent nimmt Anrufe entgegen (ja man kann auch Handys umleiten) und die Chefin kann sich zwei Stunden konzentriert in die Arbeit stürzen (Stichwort Deepwork).

Variante 2: der Spezialist

Hier wird dafür gesorgt, dass die Arbeit von mehr als einem abgefangen wird. Der Chef und die Mitarbeiterin können sich fachlich austauschen, es hängt nicht alles an einer Person, es wirkt auch professionell nach außen. Tendenziell können so größere Projekte angenommen werden, und das hilft beim Bezahlen des ersten Mitarbeiters. Somit hat die Chefin mehr finanziellen Spielraum. Nicht zu vergessen ist die Einarbeitungszeit. Aber das fällt unter das Stichwort “Man muss die Axt auch schärfen”.

Unternehmen die einen Wachstumsschub planen, werden nicht darum herumkommen beide Wege hintereinander einzuschlagen. Wie Drucker schon so trefflich formulierte: “effective executives do first things first and second things not at all”. Es macht einfach keinen Sinn, jeden administrativen Kram, wie Briefchen schreiben, Mahnungen verfassen, Sitzungsprotokolle zu verschriftlichen selber zu erledigen. Hier möchte ich übrigens die Lanze für das gute alte Diktiergerät brechen. (Heute auch in der digitalen Ausführung bzw. über das Smartphone zu haben.)

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