4 Regeln für eine erfolgreiche Umsetzung

Umsetzung von Zielen

Im heutigen Beitrag geht es um das Buch „The 4 Disciplines of Execution“ von Sean CoveyChris McChesney, Jim Huling. Auf der Basis von Hunderten untersuchten Fällen stellen die Autoren dar, wieso es so einfach ist, Entscheidungen zu treffen, aber die Umsetzung solche Schwierigkeiten bereitet. Wenn allerdings die im Titel erwähnten 4 Regeln beachtet werden, ist gemäß den Autoren die Umsetzung ganz einfach.

Und dies sind die 4 Regeln, welche in Folge näher beschrieben werden:

  1. Konzentriere dich auf die unglaublich wichtigen Dinge.
  2. Konzentriere dich auf beeinflussbare Tätigkeiten.
  3. Baue eine ansprechende Anzeigetafel.
  4. Schaffe regelmäßig Verantwortung.

Das Ziel dieses Beitrags ist es, einen Überblick über die 4 Regeln zu geben und so zu einer effektiveren Umsetzung von getroffenen Entscheidungen beizutragen.

Die unglaublich wichtigen Dinge

Die Autoren beschreiben den Alltag von operativ tätigen Mitarbeitern und Führungskräften als geprägt von einem Wirbelsturm. Gemeint sind damit die ständigen Herausforderungen des täglichen Geschäfts, welche a) für den notwendigen Umsatz sorgen und b) den Blick vom Wesentlichen ablenken. Wenn ich mich jedoch auf das wirklich Wesentliche konzentriere, gemeint sind ein bis maximal zwei Aufgaben gleichzeitig (neben dem Tagesgeschäft), ist die Chance auf deren Umsetzung größer als bei einer hohen Anzahl an Zielen.
Speziell Führungskräfte tappen oft in die Falle, möglichst viele Ziele auf einmal umsetzen zu wollen. Frei nach dem Motto, dass einem dann wenigstens nicht der notwendige Eifer abgesprochen werden kann. Aber am Ende des Tages zählt nur, was tatsächlich erreicht wurde.
Die folgende Grafik aus dem Buch verdeutlicht dies:

Anzahl der Ziele 2–3 4–10 11–20
Erreichte Ziele 2–3 1–2 0

Genug gesagt.

Konzentration auf beeinflussbare Tätigkeiten

Die Unterscheidung von Kennzahlen in zwei Bereiche finde ich besonders gelungen:

  1. vergangene Kennzahlen (zB. Umsatz, Anzahl Mitarbeiter, Abschlüsse)
  2. beeinflussbare Tätigkeiten (Anzahl der Kundenbesuche, Lieferfähigkeit)

Beide Bereiche sind wichtig, aber nur der zweite lässt sich zurückführen auf unmittelbare Handlungen von Mitarbeitern und Vorgesetzten. Das klassische Beispiel wäre Gewichtsabnahme: Eine vergangene Kennzahl ist das Gewicht selbst. Hier kann ich zB. monatlich messen, wie sich das Gewicht verändert. Ich weiß, monatlich ist viel zu selten … Okay – man kann aber auch wöchentlich oder täglich auf die Waage steigen. Aber trotzdem bleibt das Problem bestehen, dass etwas gemessen wird, was bereits in der Vergangenheit schiefgelaufen ist.
Effektiver ist es, sich auf beeinflussbare Tätigkeiten zu konzentrieren. Im konkreten Beispiel wäre das etwa die Kalorieneinnahme und die Ausübung von Sport. Beides lässt sich in Kalorien und neuerdings auch in Joule messen. Beides gibt unmittelbare Rückmeldung auf einen erfolgreichen Tag oder auch nicht. (Gewünschte Gewichtszunahme würde übrigens nach demselben Muster gelingen.) Wichtig ist nur, dass die Auswirkung der beeinflussbaren Tätigkeit eine relativ hohe Chance auf Kausalität mit der vergangenen Tätigkeit hat. (Zum Thema Kausalität und Korrelation folgt in Kürze ein weiterer Blogeintrag.)
Ich denke, es ist offensichtlich, dass Ernährung und Sport große Auswirkungen auf das Gewicht eines Menschen haben. Auf diese Weise lässt sich auf einfache Weise feststellen, ob wir am richtigen Weg zur Zielerreichung sind.

Baue eine ansprechende Anzeigetafel

Zugegeben, manche Menschen reagieren stärker auf visuelle Reize als andere, aber die meisten werden motiviert durch ein Spiel. Wer sieht sich schon gerne verlieren? Wer kann ruhig zusehen, wenn der Nachbar gerade etwas Tolles (er)schafft, der Kollege schon wieder zur Mitte des Monats alle Ziele erreicht hat oder andere beim Sport knapp vor einem liegen. Um die Wette laufen bringt´s!
Um beim Beispiel mit dem Gewicht zu bleiben: Man könnte ein A4-Blatt in Hochformat nehmen und in der oberen Hälfte einen schönen Graphen für das Gewicht über das nächste halbe Jahr zeichnen. Das ist wichtig, weil es das eigentliche Ziel ist. Zusätzlich haben noch zwei aussagekräftige Tabellen auf dem Blatt Platz. In einer Tabelle gibt es Pluspunkte für jede 15-minütige Sporteinheit und in der anderen Pluspunkte für jeweils 50 Kalorien weniger als bspw. 2.000 kcal pro Tag.
Der Betrachter dieser Tabellen wird rasch feststellen, dass die Gewichtskurve mit den Plus- und Minuszeichen korrelieren wird (weil vermutlich ein kausaler Zusammenhang besteht). Täglich würde ich die Plus- und Minuspunkte eintragen, mich einmal die Woche auf die Waage stellen und: Hurra, fertig ist das Kunststück.

Schaffe regelmäßige Verantwortung

Gruppendruck hat meines Erachtens im Deutschen eine durchaus negative Konnotation. Gemeint ist aber – durchaus positiv –, dass es sich unter Gleichgesinnten bzw. unter Menschen mit gleichen Zielen einfach leichter „lebt“. Wenn ständig jemand motzt, wieso jetzt schon wieder dieses oder jenes angestrebt werden soll, ist der Erfolg massiv gefährdet. Ich möchte mich umgeben mit Menschen, die ihr Glück suchen und sich selbst weiterentwickeln wollen (in welchen Bereichen auch immer). So gelingt erfolgreiche Umsetzung.
Die Autoren schlagen vor, kurze, aber regelmäßige Meetings abzuhalten, in denen über das Erreichte und über das zukünftig zu Erreichende gesprochen wird. Verbindlichkeit lautet dabei das Stichwort: Der Wirbelsturm hält uns sowieso an der kurzen Leine. Aber es reicht in vielen Fällen, sich zwei Stunden zu Wochenbeginn und drei Stunden am Ende der Woche Zeit einzuplanen, um an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten. Erfolgreiche Umsetzung misst sich nicht daran, wie viel ich versucht habe, sondern was ich umgesetzt habe.

Weitere Informationen zum Buch gibt es hier bzw. kann man es im Original auch gerne hier erworben werden.

photo credit: Leo Reynolds WEIGHING SCALE via photopin (license)