Werbung für Anfänger (Teil 2)

Werbunf für Radio und Plakate vom Unternehmensberater in Wien

Im ersten Teil dieser Miniserie ging es um die Darstellung verschiedener Werbemöglichkeiten und die Abschätzung von Kosten und Nutzen. Für den vorliegenden Fall waren das Radiospots und Werbeplakate. Schnell war klar, dass hier Spezialisten notwendig sind.

Die Herausarbeitung der Marke

Damit diese Spezialisten an die Arbeit gehen können, ist jedoch ein Stückchen Vorarbeit vonnöten. Der Markenkern muss herausgeschält werden. Viele Fragen stellen sich: Wofür soll die Marke stehen, und wofür stehen die Produkte? Was ist der größte Nutzen für die Abnehmer bzw. die Nutzer? Welches Problem wird damit bei wem gelöst?
Ein guter Ansprechpartner für diese Fragen ist üblicherweise das Vertriebsteam. Naturgemäß hat es den meisten Kontakt mit Kunden und Partnern. Ich habe im konkreten Fall über mehrere geführte E-Mail-Runden Fragen gestellt und dann das Feedback gesammelt und aufbereitet. Bei den Antworten konnte man sehen, wie stark die Verbundenheit mancher Mitarbeiter mit dem Unternehmen ist.

Wer diese Arbeit nicht selbst übernehmen will, sollte sich unbedingt Unterstützung holen, denn sonst werden die nachfolgenden Prozesse beim Texter und Grafiker kompliziert und die Schleifen, die gedreht werden müssen, zeitaufwendig, und all das mündet in Kosten.

Die Radiospots

Zwei bis drei Sätze für einen Radiospot sind derartig komprimiert, kurz und intensiv, ständig ergeben sich Wortwiederholungen und Ähnliches. Dafür hat man den Beruf des Texters erfunden, die machen den ganzen Tag nichts anderes.
An dieser Stelle haben wir uns an showreal gewandt. Wie der Name vermuten lässt, sind sie eher dafür bekannt, verschiedene Dinge zu „zeigen“, sprich Imagefilm, Doku, Produktvideos etc., verbreitern aber gerade ihre konzeptionelle Arbeit in Richtung Full-Service-Agentur. Wie auch immer, der Ansatz hat mich überzeugt, und in kurzer Zeit hatten wir die ersten Entwürfe im Haus.

Abstimmungen

Jetzt sitzen ganz schön viele Beteiligte zusammen in so einer Situation: der Kunde einerseits, vertreten durch den Geschäftsführer, aber auch die betroffenen Vertriebsmitarbeiter und natürlich auch diverse andere wichtige Mitarbeiter im Unternehmen. Im Familienunternehmen gibt es dann nicht nur Geschäftsführer, sondern auch noch – nomen est omen – die Familie.
Wir haben uns entschieden, dass die „Externen“ zuerst die Entwürfe abstimmen, und dann eine Runde für die Feinabstimmung in der großen Runde stattfindet. Dieses Vertrauen hat sich meiner Meinung nach ausgezahlt, zu lange wären sonst die Wege gewesen und die Ideen und Meinungen gehen sonst zu weit auseinander als dass sie ein Texter wieder einfangen kann.
So wurde es gemacht. In der ersten (und einzigen) Abstimmungsrunde ging es drunter und drüber, jeder meinte er kann auch ganz toll „texten“. So kam es, dass wir nach einer halben Stunde ganz viele, ganz „tolle“ Vorschläge beisammenhatten, wo ich dann wie der Oberlehrer erklären musste, dass der eine zu lang war, beim anderen zu viele Wortwiederholungen vorkamen und der dritte unverständlich war, da der Kontext fehlte. Schließlich kam man nach zwei Stunden praktisch auf das Ergebnis vom Texter zurück, aber jeder war glücklich. Es wurden noch kleine Änderungen beauftragt, aber das war es dann.

Die Produktion beim Radio

Nein, das war’s noch nicht. Unglücklicherweise waren wir von der Textlänge noch immer etwas zu lang für das Radio. Somit mussten wir noch einmal alles rausschmeißen, was nicht absolute Kernbotschaft war.
Die Produktion selber übernimmt bei diesem Produkt (Wetter bzw. Verkehrspatronanz) das Radio, da der Spot von der sogenannten „Station-Voice“ gesprochen wird. Mit großer Spannung erwarteten wir die ersten Spots, und wir wurden nicht enttäuscht. Wolfgang Unterwurzacher hat den Spot gesprochen, durchwegs bekannt aus Radio und TV. Gänsehaut-Feeling sage ich nur.
Auf der zweiten Radiostation, die wir dann im Osten von Österreich bestellt hatten, sprach der Sprecher ein wenig zu schnell, wie wir fanden, aber nichtsdestotrotz ein tolles Gefühl, die beauftragte Werbung dann im Auto hören zu können.

Das Werbeplakat

Beim Werbeplakat ging es nicht um eine allgemeine Bekanntmachung der Marke und Werte, sondern um ein spezielles Produkt in einem geografisch genau abgegrenzten Raum in Westtirol. (Daher fiel ja unsere Wahl auf Plakate.)
Aus finanziellen Gründen wählten wir das kleine hochformatige 8-Bogen-Plakat. Zur Vorstellung: Das sind 1,68 x 2,38 Meter, gar nicht so klein eigentlich.

Mutiges (Hintergrund-)Sujet von Mitbewerber

Als Hintergrundsujet wurde ein Produkt des Mitbewerbs gewählt, das bereits gut 20 Jahre am Buckel hat, aber noch immer in zahlreichen Hotels verbaut ist. Darüber und somit im Vordergrund hängt eine dieser „Bitte nicht stören“-Tafeln. Der Spruch wurde von Michael Mrkvicka allerdings auf „Bitte nicht sperren“ geändert. Gemeint ist das kontaktlose elektronische Schließsystem unseres Kunden, das mittels scheckkartengroßer Schlüsselkarten funktioniert, die nur in die Nähe des Schlosses gehalten werden müssen.

Motivwahl und Endbearbeitung

Nach der Idee stellt sich bald die Frage, wie die Umsetzung erfolgen soll. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: ein Foto selber machen oder eines kaufen. Die zweite Möglichkeit ist ab etwa EUR 500 zu haben und kann in die Tausende Euros gehen. Selber ein Foto machen (wobei mit selber natürlich ein professioneller Werbefotograf gemeint ist) geht auch, dann kostet der Tag aber auch schnell mal zwischen EUR 1.000 und EUR 2.000 sowie zusätzlich Nachbearbeitung. Es wurde die Entscheidung getroffen, ein fertiges Foto zu kaufen.
Die Endbearbeitung von zusätzlichem Text und die Feinabstimmung, in welche Richtung ein Bildsymbol gedreht werden soll, sowie viele weitere Dinge erledigte das Team von showreal im Handumdrehen. Fristgerecht konnten wir unseren fertigen Entwurf an die Druckerei schicken. Doch wie das Leben so spielt, müssen wir noch bis zur ersten Septemberwoche warten, da uns nämlich bessere Plakatstandorte angeboten wurden, wenn wir noch zwei Wochen warten.
Das passte gut, weil das direkt in der Vorbereitung auf die FAFGA (30. Fachmesse für Gastronomie, Hotel und Design) in Innsbruck vom 18. bis 21. September liegt. Vielleicht schaffen wir es noch, eine kleine Guerilla-Aktion mit Stickern („Besuchen Sie uns auf der Messe“) zu realisieren.

Alles in allem eine tolle Erfahrung im Bereich Marketing und Werbung – nochmals großen Dank an das Team von showreal für die Zusammenarbeit und das Ergebnis!

photo credit: Hugo-90 Australian Valiant via photopin (license)